Schneeräumung auf Solinger Theaterdach 02.02.2010
Zusammen mit den Solinger Feuerwehren hat das Technische Hilfswerk in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch das Dach des Theater- und Konzerthauses der Stadt Solingen von gefährlichen Schneelasten befreit.

Auf dem Flachdach des Gebäudes hatte sich der Schnee durch die Schneefälle der Vortage sowie die Tauperioden und Regenfälle während des Tages verdichtet und mit Regen und Tauwasser vollgesogen. So war eine enorme Dachlast entstanden, die nun drohte, die Decke des gesamten Komplexes zum Einsturz zu bringen. Da der Deutsche Wetterdienst für die Nacht weitere Regen- und Schneefälle vorhergesagt hatte, war zu befürchten, daß die Deckenkonstruktion den Belastungen nicht mehr standhalten würde. Im Angesicht der großen zu räumenden Flächen und des Zeitdrucks war „Manpower“ gefragt. Daher forderte die Solinger Feuerwehr am späten Dienstagnachmittag das Technische Hilfswerk an.

Die Räumung des Daches gestaltete sich sehr personal- und zeitaufwendig; zudem war die Arbeit sehr mühselig: Das Dach des Theaters und Konzerthauses besteht aus mehreren Ebenen. Damit die Statik des Daches nicht über Gebühr belastet wurde, mußte zunächst die untere Ebene vom Schnee befreit werden. Erst danach konnte der Schnee von der höher gelegenen auf die untere Dachebene hinab geschoben werden.
Die Schneeschaufeln mussten zum Teil über Blitzableiter und Dachsimse hinweg gehoben werden — eine körperlich fordernde Arbeit, weil der mit Wasser getränkte Schnee ein hohes Gewicht hatte. Zudem klebte der Schnee förmlich an den Schaufeln. Heftige Regen- und Schneefälle bei Temperaturen um den Gefrierpunkt machten immer wieder Aufwärmphasen für die Einsatzkräfte notwendig. In einzelnen Dachbereichen bestand nicht nur die Gefahr, durch das Dach selbst zu brechen, sondern auch noch durch die am Dach aufgehängte Bühnendecke zu stürzen. Dort konnte aus statischen Gründen nur eine geringe Anzahl von Einsatzkräften die Flächen räumen; sie durften das Dach zudem nur mit einer Absturzsicherung begehen.

Das Technische Hilfswerk unterstützte die Arbeit der Feuerwehren nicht nur mit dem „Räumgerät“ Mensch. Es stellte auch Lichtmasten auf, damit sich die Hilfskräfte sicher auf dem Dach bewegen konnten; gerade die unter dem Schnee verborgenen Drähte der Blitzableiter stellten gefährliche Stolperfallen dar.

Die Helferinnen und Helfer der ersten und zweiten Bergungsgruppe sowie der Fachgruppe Beleuchtung wurden um 16.59 Uhr bzw. 17.12 Uhr alarmiert. Im weiteren Verlauf des Abends und der Nacht kamen Einsatzkräfte aus den Fachgruppen Führung / Kommunikation und Wasserschaden / Pumpen hinzu. In zwei Schichten waren 38 Helferinnen und Helfer des THW-Ortsverbandes Solingen ausgerückt: Die erste Schicht umfaßte 20, die zweite Schicht 13 Kräfte aus Solingen; der Schichtwechsel erfolgte gegen 1.00 Uhr nachts. In der Unterkunft waren im Stab des Ortsverbandes (OV-Stab) vier Helfer tätig.
Darüber hinaus unterstützten die Ortsverbände Haan und Velbert ihre Solinger Kameraden und Kameradinnen mit 25 bzw. 9 Einsatzkräften. Auf THW-Seite federführend war bei diesem Einsatz der Stellvertretende Ortsbeauftragte Stephan Wetter. Gegen 9.00 Uhr am Mittwochmorgen verließen die letzten THW-Kräfte die Einsatzstelle; um 11.48 Uhr meldete sich der Ortsverband wieder bereit für den nächsten Einsatz.


Fotografie und Text: Helmut Wenzel (Öffentlichkeitsarbeit / THW Solingen)