THW Solingen: Einsatz beim Stadtarchiv-Einsturz in Köln 12.03.2009
Am Dienstag vergangener Woche, dem 3. März 2009, stürzte in Köln das Historische Stadtarchiv in der Severinstraße ein. Schon eine Viertelstunde danach wurde das Technische Hilfswerk von der Berufsfeuerwehr Köln angefordert. Am Donnerstag, dem 5. März, um 18.20 Uhr ereilte der Alarmruf auch den Solinger Ortsverband der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk. Seitdem unterstützen Solinger Helfer rund um die Uhr die Einsatzkräfte am eingestürzten Stadtarchiv in Köln.

Zunächst rückten vier Helfer der Fachgruppe Führung/Kommunikation (FGr F/K) mit ihrem "Führungs- und Kommunikationskraftwagen" (FüKomKW), einem mit umfangreicher Kommunikationstechnik ausgestatteten LKW, nach Köln aus. Sie sollten eine mobile Führungsstelle für die eingesetzten THW-Kräfte errichten. Nach erfolgter Inbetriebnahme kehrten zwei Helfer nach Solingen zurück; die beiden anderen Helfer blieben in Köln, um als technisches Personal die eingesetzten Geräte zu betreuen.

Bereits in den späten Abendstunden nahm der Einsatz so rapide an Umfang und Komplexität zu, dass auch der Führungs- und Lageanhänger (Anh FüLa) an der Schadenstelle notwendig wurde. Drei weitere Helfer fuhren ihn daraufhin noch in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, den 6. März, ebenfalls nach Köln. Die auf dem FüKomKW untergebrachte Kommunikationszentrale und der Führungs- und Lageanhänger (Anh FüLa) bilden nun zusammen eine komplette THW-Führungsstelle. Der Anhänger bietet dabei im aufgebauten Zustand (mit ausgeklappten Seitenwänden) ca. 22 qm Arbeitsfläche - ein Großraumbüro mit moderner technischer Ausstattung für die Führungskräfte.

Die Aufgabe der Führungsstelle besteht insbesondere darin, die THW-Einheiten zu führen und die Kommunikation sicherzustellen, die zur Führung eigener Einsatzkräfte und für die Verbindung zum Bedarfsträger — hier der Berufsfeuerwehr Köln — erforderlich sind. Betrieben wird sie durch die örtlich zuständigen Kölner THW-Führungskräfte. Die Führungsstelle untersteht direkt der Einsatzleitung der Berufsfeuerwehr Köln.

Seit ihrer Alarmierung arbeiten Solinger Einsatzkräfte der Fachgruppe Führung/Kommunikation (FGr F/K) ununterbrochen in Zwölfstundenschichten an der Kölner Unglücksstelle. Zu Beginn des Einsatzes hatten sie lediglich die Kommunikationstechnik betreut. Mittlerweile unterstützen sie die Kölner Helfer in der Führungsstelle zeitweise auch unmittelbar als Sachgebietsleiter bzw. Führungsgehilfen.

Darüber hinaus wirken Solinger THW-Angehörige auch beim Landesverband der Organisation in Heiligenhaus mit: Im Leitungs- und Koordinierungsstab (LuK) nehmen der Leiter des Solinger Ortsverbandes, der Ortsbeauftragte Christian Balke, und der Zugführer des Technischen Zuges, Lutz Klever, Sachbearbeiter-Aufgaben wahr. Der LuK arbeitet der Führungsstelle vor Ort zu: Er kümmert sich um die Material- und Personalanforderungen, die in Köln selbst nicht zu befriedigen sind, sondern nur aus dem bundesweiten Material- und Personalpool der Bundesanstalt THW gedeckt werden können. Insbesondere koordiniert der LuK in Heiligenhaus den Einsatz der Baufachberater aus anderen Teilen des Bundesgebiets.

Bislang haben Solinger Einsatzkräfte bereits über 500 Dienststunden geleistet. Aufgrund des Schadenumfangs ist derzeit nicht abzusehen, wann der Einsatz endet. Die Rufbereitschaft weiterer Einheiten des THW Solingen, insbesondere der Bergungsgruppen und der Fachgruppe Beleuchtung, besteht fort.

Nachtrag vom 19. März 2009:

Seit dem vergangenen Wochenende ist der Einsatz des Solinger THW beim Stadtarchiv-Einsturz in Köln vorerst beendet. Die Aufgaben der Fachgruppe Führung/Kommunikation wurden nach dem Umzug der Führungsstelle in ein festes Gebäude von anderen Ortsverbänden übernommen.

Insgesamt waren 22 Solinger Helfer über 800 Stunden mit dem Gebäudeeinsturz in Köln befaßt: Neben den vor Ort eingesetzten Kräfte arbeiteten zusätzlich etliche Helfer im Hintergrund. Sie beschafften Material, übernahmen Transporte, kümmerten sich um Verpflegung und dokumentierten den THW-Einsatz.

Obwohl die Rufbereitschaft für die Bergungsgruppen und die Fachgruppe Beleuchtung aufgehoben worden ist, rechnet das Solinger THW damit, in Zukunft erneut am Stadtarchiv in Köln tätig zu werden.

Foto und Text: Helmut Wenzel (Öffentlichkeitsarbeit / THW Solingen)