Technisches Hilfswerk bringt Solinger Bank um die Ecke 19.10.2008
Solingen. Am Sonntag, dem 19. Oktober 2008, haben Einsatzkräfte der THW-Ortsverbände Remscheid und Solingen auf Schloss Burg eine Solinger Bank um die Ecke gebracht.

Eine auch in Zeiten der globalen Finanzkrise außergewöhnliche staatliche Hilfe ließen Einsatzkräfte der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk am Sonntag auf Schloss Burg einer Solinger Bank zuteil werden: Sie stellten die vorgeblich längste, aus einem Stück gefertigte Naturstammbank Deutschlands auf. Die Bank hat eine Länge von 22,22 Meter; allein die Sitzbank hat ein Gewicht von 800 Kilogramm, hinzu kommt eine 200 kg schwere Rückenlehne.

Geschäftsleute aus Solingen-Burg und Sponsoren aus dem Bergischen Land hatten den Leiter des Solinger THW, den Ortsbeauftragten Christian Balke, um die Transporthilfe gebeten. Vom Schlosstor aus sollte die Bank samt Rückenlehne zum vorgesehenen Standort an der Schlossmauer gebracht werden. Zwar gibt es einen recht breiten Weg zwischen diesen beiden Punkten; da er aber um eine Kurve der Schlossmauer führt, ist es nicht möglich, die so ungeheuer langen Bankteile auf dem Landweg heil „um die Ecke zu bringen“. Sie konnten nur per Lufttransport mit einem Kran über den Engpass hinweg gehoben werden. Christian Balke bat deshalb den benachbarten THW-Ortsverband Remscheid um technische Unterstützung, und so standen gegen 13. 00 Uhr die Remscheider THW-Helfer Ralf Hasenbeck und Tobias Jahn mit ihrem Lkw mit Ladekran auf dem Schlossgelände bereit.

Nachdem die Bankteile noch ein Stück über das Kopfsteinpflaster bis in den Schwenkbereich des Kranes geschoben worden waren, nahm Ralf Hasenbeck zunächst die Sitzbank und dann die Rückenlehne an den Haken. Ganz gelassen und routiniert hob er die Holzteile sanft über Geländer, Mauern und Straßenlaternen hinweg. Hinter der Kurve setzte er die bruchempfindlichen Hölzer auf einem gerade verlaufenden Stück des Weges wieder ab. Die letzten Meter bis zu ihrem endgültigen Standplatz wurden Bank und Lehne dann wieder auf Rollbrettern geschoben.

Die Hilfeleistung des Technischen Hilfswerks fand unter den Augen zahlreicher, staunender Burgbesucher. Sie waren von der Leistung des THW sehr angetan und quittierten sie mit Applaus. Geplant als Öffentlichkeitsarbeit für den Ortsverband, bestätigte das Interesse der Bevölkerung und ihre Reaktion die Entscheidung der Verantwortlichen, mit der Unterstützung einer ungewöhnlichen Tourismuswerbung THW-Präsenz zu zeigen.

Bei dieser Aktion zeigte sich auch erneut der Vorteil des modularen Aufbaus der Ausstattung dieser Hilfsorganisation und der Unabhängigkeit von föderalen Strukturen wie Gemeinde- oder Landesgrenzen: Nach dem Motto „Was der eine nicht hat, hat der andere.“ konnte der Solinger THW-Ortsverband ohne bürokratische Hindernisse über Gemeindegrenzen hinweg auf die Ressourcen eines anderen Ortsverbandes zugreifen. Dieses Merkmal der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk ist einmalig unter den Hilfsorganisationen in der Bundesrepublik und hat sich insbesondere bei großen Schadenereignissen wie etwa den Hochwassern 2002 in Ostdeutschland immer wieder bewährt.


Fotos und Text: Helmut Wenzel (Öffentlichkeitsarbeit / THW-OV Solingen)