Einsatzübung in der Grimmstraße 13.09.2008
Der Solinger Ortsverband der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk übte am Samstag, dem 13. September 2008, mit Zugtrupp, Bergungsgruppen und der Fachgruppe Beleuchtung in der Grimmstraße für den Ernstfall.

Kaum waren die Helferinnen und Helfer zu ihrem regulären Dienst in der Unterkunft in der Lüneschloßstraße eingetroffen, ging es auch schon Richtung „Einsatzstelle“. Erst vor Ort wurde der Übungscharakter der Veranstaltung aufgedeckt. An und in den betroffenen Gebäuden, ehemaligen Übergangswohnheimen der Stadt Solingen, waren verschiedene fachgruppenspezifische Aufgaben zu lösen: ein Haus war innen und außen auszuleuchten. Es mußten Abstützungen vorgenommen und Mauern durchbrochen werden.

Bei diesen Arbeiten wurden nicht nur bewährte Techniken verwendet, sondern auch neue Werkzeuge ausprobiert und selten gebrauchte Geräte eingesetzt. So kamen erstmals neue Stützen für die Aussteifung von Türrahmen und Räumen zum Einsatz, mit denen sich die Helfer nun vertraut machen konnten; diese Stützen ermöglichten ein sehr zügiges Arbeiten. Ein neues Steinsägeblatt beeindruckte die Berger besonders, denn es verkürzte die für einen Mauerdurchbruch erforderliche Zeit erheblich: Waren mit dem Bohrhammer Löcher für eine Rettungsöffnung gebohrt worden, mußten die verbliebenen Mauerteile nicht mehr mühsam mit Hammer und Meißel entfernt werden. Mit der Gesteinssäge wurde einfach von Bohrloch zu Bohrloch gesägt, das Mauerstück konnte danach als Ganzes herausgetrennt werden. Es waren zudem wesentlich weniger Bohrungen vonnöten. Bimsstein stellte für die Säge überhaupt kein Hindernis dar, aber auch Ziegelstein ließ sich bearbeiten.

Auffallend für den Beobachter waren die Ruhe und die Konzentration, mit der die Helferinnen und Helfer ans Werk gingen. Von Beginn an wurde sehr routiniert und zielgerichtet gearbeitet, Widrigkeiten wurden geschickt umspielt. Auch die Zusammenarbeit zwischen Führungskräften und Mannschaften verlief sehr kameradschaftlich und harmonisch. Der Ablauf und der Erfolg der Übung spiegelten sich auch in den Urteilen der Beteiligten wieder, sie drückten Stolz und Zufriedenheit über das Geleistete aus.

Fast schon eine Selbstverständlichkeit, dennoch immer wieder besonders freudig erwartet — die Verpflegung durch die Küchencrew des Ortsverbandes. Tobias Hermes und Stefan Schyroki stellten „mal eben“ ein Frühstücksbüfett am Straßenrand auf, das keine Wünsche offen ließ. Ob das Frühstück zu Hause auch immer so üppig ausfällt, darf ruhigen Gewissens bezweifelt werden.

Das Übungsgelände in der Grimmstraße besteht aus mehreren viergeschossigen Häusern, die der Stadt Solingen als Übergangswohnungen dienten. Es wird derzeit von Feuerwehr und Polizei für Übungen genutzt; das Technische Hilfswerk war an diesem Samstag erstmals vor Ort. In absehbarer Zeit werden die Gebäude abgerissen und eine neue Unterkunft für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Solingen errichtet werden.


Fotos und Text: Helmut Wenzel (Öffentlichkeitsarbeit / THW-OV Solingen)