Helfer helfen Helfern — standortverlagerte Ausbildung im Grünen 12.07.2008
Helferinnen und Helfer müssen im Einsatzfall die Gerätschaften des Technischen Hilfswerks sicher und effizient handhaben können. Die erforderlichen Kenntnisse werden den Helferanwärtern im Rahmen ihrer Grundausbildung (Basis 1) vermittelt; die praktische Übung am Gerät ist dabei unerläßlich, denn erst die Übung macht den Meister. Leider fehlt es hierzu oft an Möglichkeiten.

Die Ausbildungsgruppe des THW-Ortsverbandes Solingen war deshalb erfreut, im Schrebergarten der Eheleute Kerstin und Bodo Benstein, beide selbst langjährige THW-Helfer, an einem abwechslungsreichen Arbeitsplatz im Grünen üben zu dürfen: Baumstümpfe, die Betonumrandung eines Beetes und ein Metallcontainer sollten beseitigt werden — keine schwierigen oder komplizierten „Operationen“ und somit bestens geeignet für Anfänger. Was lag also näher, als die Arbeiten den noch unerfahrenen Helferanwärtern zu überlassen? So konnten sie sich an die THW-Maschinen gewöhnen.

Auf dem Stundenplan standen die Gesteins- und die Metallbearbeitung sowie der Umgang mit Stromerzeugern und Kettensägen. Nachdem das ganze erforderliche Material in den Garten verbracht war, begann die Ausbildung mit Gesteinsbearbeitung. Zunächst wurden die Helferanwärterinnen und –anwärter in der Handhabung der Geräte unterwiesen, dann legten die „Mauerspechte“ — zeitweilig drei zugleich — die Beet-Umrandung in Schutt und Staub. Auch die angehende Verwaltungshelferin Angela Baltes ließ es sich nicht nehmen, mit einem kleineren Bohrhammer ein paar Brocken abzuspalten. Den großen „Wacker“ legte Sebastian Herbst kaum aus der Hand, so viel Spaß hatte er daran, Kraft und Drehzahl des Gerätes effizient einzusetzen.

Für die Metallbearbeitung standen große Metallkästen bereit. Diese Ausbildung begann ebenfalls mit einführenden Worten am Gerät, dem von einem Verbrennungsmotor angetriebenen Trennschleifer. Welche Scheibe wird für welches Material genutzt? Wie sieht eine nicht mehr nutzbare Scheibe aus? Welche Schutzausrüstung ist zusätzlich zum Einsatzanzug erforderlich? Worauf muß man sonst noch achten? Daniel Neumann versuchte sich als Erster. Der Motor-Trennschleifer ist schwer und hat Power; er habe „Respekt vor dem Teil“, meinte der Helfer. Die nachfolgenden Helferanwärter urteilten ähnlich. Daher wurde vergleichend ein elektrisch betriebener Trennschleifer in Betrieb genommen – kleiner, leichter, aber auch „schwieriger zu handhaben“, kommentierte Klaus Robach den Umgang mit dem Gerät.

Damit dieser Trennschleifer überhaupt benutzt werden konnte, war der Einsatz des 8-kVA-Stromgenerators erforderlich – eine gute Gelegenheit, sich noch einmal mit Stromerzeugung zu beschäftigen. Wie wird der Generator richtig aufgebaut, was ist beim Anschalten zu beachten, und warum müssen die Kabel eigentlich komplett von den Kabeltrommeln abgerollt werden?

Zuletzt wurden ca. einen Meter hohe Baumstümpfe mit der Kettensäge bearbeitet. Jeder schnitt sich eine Scheibe ab — im wahrsten Sinne des Wortes. Wer wollte, konnte sich als Holzfäller versuchen: Holzkeil vorn heraus schneiden, Fällschnitt von hinten und nach Warnruf fallen lassen. Daran hatte vor allem Simon Pesch besonderen Spaß. Angela Baltes übernahm im Anschluß die Pflege der Kettensäge inklusive eines Kettenwechsels. Die anderen Helfer „bauten zurück“ — sie räumten auf und verstauten die Maschinen.

Damit endete ein nach einhelliger Meinung der Helferanwärter „sehr abwechslungsreicher und lehrreicher Ausbildungstag“.


Fotos und Text: Kerstin Benstein (THW Solingen)