Ein Traum von „Spielplatz“ — das THW Solingen übt in Duisburg 09.05.2008
Am Freitag, dem 9. Mai 2008, rückten die beiden Bergungsgruppen, die Fachgruppe Beleuchtung, die Ausbildungsgruppe und der Zugtrupp des Technischen Hilfswerks Solingen gegen 21.00 Uhr zu einer Nachtübung aus. In stockdunkler Nacht trafen die Helferinnen und Helfer auf dem abgelegenen Übungsgelände des THW-Ortsverbandes Duisburg, einer ehemalige Frachtumschlaghalle, ein.

Die mehrere 10.000 m2 große Halle und die angrenzenden Außenflächen boten als „Spielplatz“ ideale Voraussetzungen für die einsatzrealistische Ausbildung. Ohne Beschränkungen durften die Bergungsgruppen im Gebäude Mauern durchbrechen und Stahlteile durchtrennen. Da ein großer Teil des Bodens der Hallen und Bürotrakte mit Dachziegeln und Glasscherben übersät war, kam auch der Aspekt der Eigensicherung nicht zu kurz.

Während die ersten Trupps das Innere der riesigen Halle im Schein ihrer Handleuchten erkundeten, sorgte die Fachgruppe Beleuchtung für das nötige Arbeitslicht. Der Vorplatz der Halle war sehr schnell mit einem Lichtmast ausgeleuchtet. Im gespenstisch leeren, hohen Halleninneren war hingegen eine Vielzahl von Beleuchtungskörpern gefragt. Mit den Scheinwerfern eines Lichtmast-Anhängers konnte ein großer Teil der Innenfläche so beleuchtet werden, daß ein gefahrloses Begehen möglich wurde. POWERMOON® — ballonförmige Beleuchtungskörper, die ein diffuses Licht werfen — und Halogenscheinwerfer an den Brennpunkten sorgten für das Arbeitslicht.

Den beiden Bergungsgruppen war aufgegeben, auf unterschiedliche Weise große Rolltore mit Trennschleifern zu öffnen, um vom außen in das Gebäude hinein leuchten zu können. Die Ausbildungsgruppe übte an einem anderen Tor den Umgang mit der hydraulischen Spreize; darüber hinaus sollte sie Wände mit Gesteinsbohrhämmern durchbrechen, um fiktive Verletzte auf Schleifkörben abtransportieren zu können.

Zwischen den Ausbildungsabschnitten konnten sich die THW-Helferinnen und –Helfer bei einem umfangreichen Barbeque stärken, daß die beiden Kameraden des Küchentrupps vorbereitet hatten — sogar die Kräuterbutter für das Grillfleisch fehlte nicht. Pausen und ausreichende Flüssigkeitsaufnahme waren in Anbetracht der hohen Außentemperaturen und der doch recht warmen Schutzbekleidung dringend nötig, denn die Arbeiten in der stickigen Luft waren schweißtreibend.

Gegen 6.00 Uhr kehrten die Helfer am Samstag Morgen in ihre Solinger Unterkunft zurück. Das positive Urteil der Helfer über die Ausbildungsveranstaltung verlangt nach einer Fortsetzung...


Fotos und Text: Helmut Wenzel, THW OV Solingen /
Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit und Helferwerbung

Erläuterungen:

Der Zugtrupp (ZTr) steht dient dem Zugführer des Technischen Zuges dazu, den Einsatz des Technischen Zuges bzw. mehrerer Fachgruppen zu führen; er ist damit die Schnittstelle zur Einsatzleitung der anfordernden Behörde, von der der Zugführer seine Aufträge erhält.

Die Bergungsgruppen (B1 und B2) retten Menschen und Tiere und bergen Sachwerte aus Gefahrenlagen. Sie führen Sicherungsarbeiten an Schadenstellen durch, leisten leichte Räumarbeiten und richten Wege und Übergänge her. Sie sind die vielseitigsten Gruppen im Technischen Zug und unterstützen die Fachgruppen des THW in technischer wie personeller Hinsicht. Die Bergungsgruppe 2 (B2) unterscheidet sich von der Bergungsgruppe 1 (B1) dadurch, daß sie neben einer Grundausstattung, die weitgehend jener der B1 ähnelt, mit zusätzlichen, schwereren Komponenten ausgerüstet.

Die Fachgruppe Beleuchtung (FGr Bel) besitzt eine breite Palette von Beleuchtungsmitteln, um Einsatzstellen, Bereitstellungsräume oder Veranstaltungsorte großflächig auszuleuchten. Mit unterschiedlichen Lichtmastanlagen oder Leuchtballons gelingt es ihr, auch großflächige Areale von rund 100 x 100 Metern in kurzer Zeit weitgehend schattenfrei und ohne störende Blendwirkung taghell zu erleuchten.