Wie an vielen anderen Spielorten auch, konnten die Solinger Helfer einen ruhigen "Spielverlauf" vermelden.
Die Vorbereitungen haben sich bisher ausgezahlt, auch für die angerückten Kräfte hat sich das Motto der WM-2006 "Zu Gast bei Freunden" bestätigt...
Die Vorbereitungen und Planungen waren absolviert, das Wetter war (mehr) als gut, die Helfer motiviert -- jetzt begann das große Warten! Wann werden die ersten Kräfte eintreffen? Wird der Platz ausreichen? Passen die geplanten Stromanschlüsse?
Und "Anpfiff"! Eine große Anzahl näherkommender Martinhörner kündigte das Eintreffen der ersten Kräfte an. Dann ging alles ganz schnell, die Verbandsführung kurz begrüßt, und an die Einweiser übergeben damit die Zufahrtsstraße wieder frei wurde.
Zum großen Erstaunen aller Beteiligten, rückte sofort der nächste Verband an (durch einen Übermittlungsfehler, wie sich später herausstellte) -- das kurzzeitig auftretende Chaos (auch dieser Verband mußte komplett in den BR einrücken bevor sortiert werden konnte) konnte durch umsichtiges Verhalten aller Beteiligten schnell wieder entwirrt werden.
Alle Einheiten waren angewiesen, zuerst den sogenannten Sammelraum (SR) anzufahren, in dem sie nochmal kurz durchgecheckt wurden. Von dort aus sollten sie dann (insoweit dient der SR gleichzeitig als Puffer) gezielt in den Bereitstellungsraum (BR) geführt werden. Durch dieses kleine Mißgeschick mußte nun die Zufahrtsstraße und der eigentliche BR als Puffer herhalten. Die beiden restlichen Verbände (ein weiterer Behandlungsplatz und eine weitere Transportkomponente) konnten danach wie geplant aus dem SR abgerufen und auf dem BR Aufstellung nehmen. Nach einer kurzen Einweisung in die Örtlichkeit konnten die Verbände die Lunchpakete für ihre Helfer in Empfang nehmen und sich dann für die nächsten Stunden einrichten.
Als auch die (mittlerweile) dringend benötigten Kaltgetränke eintrafen, und die Warmverpflegung ausgegeben wurde, war "die Welt wieder in Ordnung" -- die in der Messehalle aufgebauten Tische und Bänke waren stark frequentiert, einige Einheiten nutzten die Gelegenheit noch ein paar Wiederholungs-Ausbildungen einzuschieben, oder man traf sich um Fachgespräche zu halten.
Für die Solinger Helfer war es damit aber noch nicht getan -- während die anderen sich auf eventuelle Einsätze vorbereiten konnten, lief der Betrieb in der Führungsstelle ganz normal weiter. Vielfältige Aufgaben waren während der gesamten Zeit (ab 5 Std. vor Spielbeginn bis ~5 Std. nach Spielende) zu erfüllen:
- die Verbandsführer waren in die Lage und die Besonderheiten einzuweisen
- erforderliche Meldungen (z.B. Personalstärken) waren abzugeben
- fehlende Stromadapter mußten nachgefordert werden
- zu später Stunde war Kaffee sehr gefragt
- soweit notwendig, wurde bei der Einrichtung des WLAN-Zugangs geholfen
... und vieles andere mehr!
Bei einer kurzen Visite konnte sich Herr Neuhoff, der Chef der Kölner Berufsfeuerwehr, bei Gesprächen mit den Verbandsführern einen Eindruck über die Stimmung im BR machen. Leider hat der neue Präsident des THW's (Herr Broemme) es zeitlich nicht einrichten können, den BR zu besuchen -- vielleicht klappt's ja an einem der nächsten Spieltage!
Einen Eiswagen-Fahrer in Köln aufzutreiben der den BR ansteuert war (im Nachhinein betrachtet) die größte Herausforderung in den frühen Abendstunden -- fast hatten alle die Hoffnung aufgegeben, als zu sehr später Stunde doch noch jemand 'zaghaft' um die Ecke fuhr!
(Klar, wer glaubt schon jemandem am Telefon, daß ~300 potentielle Käufer nach 22:00 Uhr auf einem einsamen Messeparkplatz warten...). Die lange Schlange vor dem Eiswagen ließ einerseits den Fahrer in's Schwitzen geraten, zeigte andererseits aber auch, daß angesichts der (hoch)sommerlichen Temperaturen ein hoher Bedarf bestand -- die willkommene Abwechslung (zu moderaten Preisen) brachte zudem noch mehr zufriedene Gesichter in den BR.
Als dann klar wurde, daß es während des Spiels und auch danach weiter sehr ruhig blieb im gesamten Stadtgebiet, waren alle sichtlich erleichtert, als um 01:00 Uhr die Meldung eintraf, daß die Einheiten wieder die Heimat ansteuern können!
Dies bedeutete aber für die Solinger Helfer, daß jetzt nochmal etwas Arbeit auf sie zukommt. Mit den Verbandsführern wurde die Reihenfolge des Abrückens abgestimmt, die Kameraden der Freiwilligen-Feuerwehr Köln-Dünnwald wurden gebeten, zwei Lotsen-Fahrzeuge zu stellen, zwei Helfer machten sich bereit, die Zufahrtsstraße zu sperren.
Dann ging es "Schlag-auf-Schlag": die Verbände rückten ab -- aufgrund der geplanten Aufstellung war es möglich, daß ein Verband mit ~25 Fahrzeugen innerhalb 1:08 Minuten vom Gelände herunter war oder eine Behandlungsplatz mit 35 Fahrzeugen innerhalb 1:30 Minuten den BR verläßt. Die Verbände wurden (mit Sonderrechten) bis zur Autobahn A3 geführt, damit alle übrige Verkehrsteilnehmer ausreichend auf die außergewöhnlich große Kolonne hingeweisen wurden.
Was jetzt noch folgte war der teilweise Rückbau der Führungsstelle, damit bis zum 'nächsten Spiel' alles noch an seinem Platz ist und die Aufbauzeit (wie gefordert) eingehalten werden kann, sowie endlich(!) die Heimfahrt -- müde aber zufrieden konnten die Solinger Helfer morgens um 05:00 Uhr von der Unterkunft den Weg in's ersehnte Bett antreten!
Bemerkenswert (aus Solinger Sicht) war die Disziplin der ~450 eingesetzten Helfer/-innen, die kameradschaftliche Zusammenarbeit mit den jeweiligen Verbands-Führungen und die Sauberkeit im BR (rund 20 ltr. Müll auf 5.000 qm bei 450 Helfern!! Das muß erstmal unterboten werden!!)
Das nächste Spiel kann kommen!