Spendenaktion Dekon-Anlage 04.03.2006
Vor gerade mal einer Woche wurde die Idee geboren: Ein Becken für den Ortsverband Solingen, das aus vorgefertigten Aluteilen zusammengesetzt wird, leicht, flexibel einsetzbar, schnell aufgebaut und vor allem wiederverwendbar ist. So entstand der Prototyp, der heute offiziell von der Firma Suer Nutzfahrzeugtechnik GmbH & Co. KG Wermelskirchen, vertreten durch Peter Suer, als Spende an die Helfervereinigung Solingen e.V., vertreten durch die Vorsitzenden Rudi Zündorf und Fabrice Bosbach, übergeben wurde.

Dirk Hirsch ist nicht nur Freiwilliger in der Ausbildungsgruppe, sondern auch Fertigungsleiter Aluminiumabteilung bei der Fa. Suer. Ein Fernsehbericht und diverse Gespräche innerhalb der THW-Truppe brachten ihn darauf, wie umständlich und zeitaufwendig die Nutzung der üblicherweise verwendeten Becken für Dekontaminationsanlagen ist - und wie umweltschädlich, da das im Rahmen verbaute Holz hinterher als Sondermüll zu entsorgen ist. Das wollte er ändern, begeisterte den Firmeninhaber Peter Suer für seine Idee - und brachte Dienstag abend bereits ein Musterstück des Rahmens mit.

Eine Dekontaminationsanlage besteht aus einem Becken, in dem das konterminierte Wasser aufgefangen wird, und zwei Türmen, auf denen die Helfer stehen, um das zu desinfizierende Fahrzeug auch auf dem Dach reinigen zu können.

Bei den Türmen handelt es sich um unser sogenanntes EGS, das Einsatzgerüstsystem, das bei jedem Ortsverband vorhanden ist und von wenigen Helfern in unterschiedlichen Formen zusammen gesetzt werden kann.

Für das Becken wird im Normalfall Holz benutzt, das in stundenlanger und schweißtreibender Arbeit mühseelig zusammengenagelt und dann mit Folie ausgelegt wird. Der Ortsverband Solingen verfügt nun als Einziger in ganz Nordrhein-Westfalen über ein wiederverwendbarem System aus Aluminium, das von nur zwei Helfern (und einem 17er-Schlüssel) in weniger als einer Stunde aufgebaut werden kann.

Um die Einsatztauglichkeit gleich zu testen, wurde eine Dekon-Anlage im Hof der THW-Unterkunft aufgebaut. Dustin Hirsch ist Mitglied der THW-Jugend und half seinem Vater eifrig dabei, die insgesamt 30 Teile (Gesamtgewicht 160 kg) innerhalb von 40 Minuten zusammenzusetzen. In der Zwischenzeit bauten weitere Helfer rechts und links von dem zwölf Meter langen Becken je einen Turm mit einer Fläche von drei mal zwei Metern und einer Höhe von vier Metern auf. Gut anderthalb Stunden später konnte darauf die THW-Fahne gehißt werden. Die Firma OBI Solingen war so großzügig, der Helfervereinigung eine von der Firma Ubbink Garten GmbH Bocholt hergestellte Teichfolie in der Größe 8 x 25 m zu spenden. Bereits am Freitag war die Rolle mit der 1,2 mm starke Folie freundlicherweise angeliefert worden. Sie wurde auf 6 x 15 m zurechtgeschnitten und im Alurahmen ausgelegt.

Auch die Fa. Rheinkalk in Wülfrath hat sich an dieser Spendenaktion beteiligt und mehrere Förderbänder zur Verfügung gestellt. Diese wurden längs durch das Becken gelegt, um die Teichfolie vor Beschädigungen durch die Reifen bzw. darin befindlichen Steinchen und ähnlichem zu schützen. Gut zwei Stunden nach Beginn der Aufbauarbeiten konnte der Unimog ins Becken gefahren werden - die Anlage war einsatzbereit !

Pünktlich erschienen die geladenen Gäste, nämlich Klaus Peters als THW-Geschäftsführer des Bereichs Düsseldorf, Andre Beckmann vom örtlichen "Krisenstab Vogelgrippe", F.-M. Fischer von der Berufsfeuerwehr Solingen und Jens Finkenrath, Schirrmeister im THW-Ortsverband Remscheid, sowie die Presse. Ausführlich wurden Anlage und die Hintergründe erklärt, dann gab es eine kurze Trockenübung. Zwei Helfer warfen sich dafür in Schale - im wahrsten Sinne des Wortes : Sie legten Schutzanzüge, Atemmasken und Sauerstoffflaschen an. Auch wenn das Bild an gelbe Marsmännchen erinnerte und kurzfristig erheiterte, vergaß doch niemand den ernsten Hintergrund für diesen Aufbau; die Gäste äußerten sich sehr angetan über die gute Idee und die rasche Umsetzung.

Der Ortsverband Solingen verfügt nun über eine grundsätzlich unbegrenzt und uneingeschränkt wiederverwendbare Dekontaminationsanlage, die einsatzbereit verladen und binnen zwei Stunden am Einsatzort aufgebaut ist. Nach Abschluß der Aktion muß sie lediglich desinfiziert und wieder verladen werden, es entstehen keine Folgekosten für die Vernichtung von verseuchtem Baumaterial.

Dafür bedanken wir uns auch auf diesem Wege noch mal ganz herzlich bei den beteiligten Unternehmen Fa. Suer, Obi Solingen und Fa. Rheinkalk.

Selbstverständlich sollen auch andere Interessenten die Möglichkeit haben, das Alu-System der Fa. Suer zu erwerben. Es soll in der Grundversion ca. 1000 EUR kosten, weiteres Zubehör soll optional bestellbar sein. Nähere Auskünfte erteilt die Fa. Suer selbst.


Kerstin Benstein
Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit
und Helferwerbung
 
Alle Jahre wieder ... 25.02.2006
... müssen unsere Atemschutzgeräteträger Abheiden, Bernecker, Dietrich, H. Holz, Pohlig und Schwarz einen Auffrischungslehrgang absolvieren, damit sie auch weiterhin im Einsatz mit schwerem Atemschutzgerät arbeiten dürfen. Der Gruppenführer Stephan Wetter hatte mit der Feuerwehr die entsprechenden Vereinbarungen getroffen. Brandoberinspektor Dietmar Schuchert und Unterbrandmeister Markus Schuchert von der Freiwilligen Feuerwehr beaufsichtigten die Übung am 25.02.2006 in der Feuerwache 3 in Solingen-Wald.

An den Anfang hat der liebe Gott die Theorie gesetzt. Diese Auffrischung der Kenntnisse über Vorgehensweisen und diverse Vorschriften dauerte mehrere Stunden. Danach teilten sich die sechs in zwei Trupps auf und der jeweilige Truppführer erhielt das Funkgerät.

Der erste Trupp, bestehend aus Dietrich, Holz und Pohlig, wuchtete die schweren Flaschen auf den Rücken, legte die Masken an und dann ging es los. Der Weg zum eigentlichen Einsatzort wurde mit einem Trip auf dem Fahrrad, einem Laufband oder 30 Metern auf der Endlosleiter simuliert. Der Raum, in dem sich der Parkur befindet, war zwischenzeitlich abgedunkelt und vernebelt worden. Eng und niedrig sei es gewesen, berichteten die Helfer später. Es galt Hindernisse zu überwinden, Öffnungen nach oben zu finden, Falltüren kontrolliert zu nutzen und im sogenannten Wärmebereich (mit über 60 °C zur Simulation von Brandwärme) nicht übermäßig ins Schwitzen zu geraten. Nebenbei durfte aber nicht vergessen werden, in regelmäßigen Abständen den Luftdruck in den Flaschen zu kontrollieren und mittels Funk an die draußen wartenden Kraftfahrer Hartmann bzw. Benstein zu übermitteln. Diese wurden bei der Gelegenheit nämlich gleich noch in der Überwachung von Atemschutzgeräteträgern geschult und führten Protokoll über die mitgeteilten Werte. Schließlich mußte auch noch der Weg nach draußen bewältigt werden, was wieder mit den verschiedenen Ergometer-Geräten simuliert wurde.

Die Helfer Abheiden, Bernecker und Schwarz mußten sich natürlich dem gleichen Prozedere unterziehen.

Hinterher waren sich alle einig: Die Strecke war schwer, aber am schlimmsten war die Endlosleiter.

Sämtliche Prüflinge waren die ganze Zeit über mittels Infrarot - und Wärme-Kameras überwacht worden, aber alles lief bestens und somit sind sie nun wieder ein Jahr lang berechtigt, sich in unbekannte "Tiefen" zu begeben, um anderen zu helfen.

Der Ortsverband Solingen dankt allen Beteiligten, insbesondere der Feuerwehr für ihre Mitwirkung.


Bodo Benstein