05.05.2001
Vieles kam bei dieser Katastrophe zusammen: ein hoher Wasserspiegel,
verstopfte Kanäle,
eine ungünstige Tal-Lage und sintflutartige Regenfälle. Wegen des starken Unwetters musste
auch die Solinger Fachgruppe WP in den Einsatz, um Straßenzüge und Keller leer zu
pumpen.
Der Einsatzbefehl lautete: Abpumpen der Wassermassen in der Steigerstraße! Die
Einsatzstelle
befand sich genau in einer Zechensiedlung, welche in einer Senke liegt. Allen
wurde schnell klar,
dass dies ein längerer Einsatz werden würde. Die ganzen Wassermassen kamen genau
an
diesem Punkt zusammen.
Als erstes wurde die Hannibal-Pumpe (300 m³ Wasser/Stunde) in Stellung gebracht
und die
Schlauchleitungen (ca. 400 m) mit Hilfe eines Kippers verlegt. Nachdem dieses
geschafft war
und die Pumpe unter voller Leistung lief, gönnten sich die Helfer nach ca. 5
Stunden Arbeit die
erste Pause. In einem Gespräch mit dem Einsatzleiter, wurde das Geschehen mal
genauer erläutert.
Am Donnerstag öffnete der Himmel plötzlich seine Pforten,
und innerhalb von kürzester Zeit
regneten unter Blitz und Donner teilweise mehr als 110 Liter Regen pro m² im
südlichen Kreis von
Warendorf herunter. Nach einer Flutwelle in der normalerweise als Flüsschen zu
bezeichnenden Werse,
stand in Minutenschnelle eine ganze Siedlung mit rund 1.000 Bewohnern bis zu
zweieinhalb Meter unter
Wasser. Ab diesem Zeitpunkt waren THW, Freiwillige Feuerwehr, DRK und andere
damit beschäftigt,
die Wassermassen wieder unter Kontrolle zu bekommen und Bewohner zu evakuieren.
Da ca. 23 Orstverbände allein vom THW im Einsatz waren, herrschte teilweise
Chaos. So kam es, dass
die Einsatzstelle abgesperrt wurde.
Gegen 23:30 Uhr traf dann endlich die angeforderte Ablösung ein. 6 Helfer hatten
sich gegen 21:30 Uhr
von Solingen aus auf den Weg gemacht, die Kameraden nach 17 Stunden abzulösen.
Nach einer kurzen Besprechung und Lageerkundung wurde die Einsatzstelle an die
Ablösung übergeben,
und der erst Trupp machte sich auf den wohlverdienten Heimweg.
Die weiteren Stunden verliefen eher ruhig. Die Pumpe lief auf vollen Touren, mal
wurde ein Schlauch verlegt,
die Pumpe nachgetankt oder ein Kanal gereinigt.
Am frühen Morgen dann die erfreuliche Feststellung: Der
Hauptabwasserkanal war wieder frei und das
Wasser lief von alleine ab. Die Pumpe konnte abgestellt werden.
Kurz danach kam ein neuer Einsatzbefehl: Keller der umliegenden Häuser
kontrollieren und gegebenenfalls
leer pumpen. Gesagt, getan. Teilweise ein erschreckender Anblick, was die
Wassermassen da angerichtet hatten.
Gegen 12:00 Uhr trafen dann noch einmal 5 Helfer aus
Solingen zur Ablösung ein. Nach Rücksprache mit dem
Einsatzleiter, war für Solingen der Einsatz bald beendet, und die
Schlauchleitungen und Pumpen wurden abgebaut.
Um ca. 16 Uhr war der Einsatz für Solingen dann endgültig beendet.
Text: M. Großmann
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Copyright Fotos: Stephan Wetter
| PRESSESPIEGEL: SOLINGER MORGENPOST Montag 7. Mai 2001 |
